Mental Health in Unternehmen. Welche „Fitnessprogramme“ hat dein Unternehmen?

Der „Schweinehund“ bei mentaler Gesundheit

Kennst du das? Du hast eine Präsentation auszuarbeiten und findest auf einmal so viele To Dos, die du noch schnell erledigen kannst – Hauptsache es muss nicht an der Präsentation gearbeitet werden. Anstehende berufliche und natürlich auch private Pflichten – man denke nur an die Steuererklärung – werden durch Ersatztätigkeiten hinausgezögert. Das hat mit Prokrastination zu tun und der Nicht-Überwindung des „inneren Schweinehundes“. Und ähnlich verhält es sich, wenn etwas für die mentale Gesundheit getan werden soll. Denn das wird oft anstrengender empfunden als physisches Training für die körperliche Fitness.

Vielen Unternehmen ist die Förderung der mentalen Gesundheit zu einem wichtigen Anliegen geworden. Das ist gut, nur meiner Meinung nach fehlt es manchmal an Know How, mit welchen Faktoren Mental Health beeinflusst werden kann. Außerdem wird dabei immer noch allzu oft geschummelt. Denn auch da findet sich das Phänomen der oben erwähnten Ersatztätigkeiten wieder: Obstkörbe, Yogaangebote u.ä. werden gerne von Unternehmen als mentale Förderprogramme für ihre Mitarbeitenden angepriesen – nett zu haben, arbeiten aber nicht an den ursächlichen Faktoren für mentale Gesundheit.

  • Wie schaffst du es, dass deine Führenden und Mitarbeitenden bei Zeit- und Leistungsdruck resilient sind?
  • Welchen Umgang habt ihr mit Fehlern und Konflikten?
  • Wie schafft dein Unternehmen ein Arbeitsumfeld, in dem gerne und gut gearbeitet wird?
  • Ein großer Wirkungshebel dabei ist auch die Arbeit an der organisationalen Struktur.
  • Darüber hinaus kann dein Unternehmen aber auch ganz individuelle und geeignete Programme implementieren, die zur mentalen Gesundheit beitragen.

Die aktuellste Studie von PINKTUM Institute* sagt, dass fast die Hälfte der Berufstätigen sich kraftloser fühlt als noch vor drei Jahren, und nur eine knappe Mehrheit blickt noch kraftvoll und optimistisch in die Zukunft.
Bei der Frage, was Arbeitgeber tun sollten, damit Arbeitnehmer sich mit mehr Energie in ihre Arbeit einbringen, äußerten sich diese wie folgt:

– 46% der Befragten gaben an, dass ihnen flexible Arbeitszeiten besonders wichtig sind, um neue Kraft und Energie aufzutanken
– etwa 44% der Befragten wünschen sich eine sinnvolle Tätigkeit und sehen dies als wichtigen Aspekt zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation
– ebenfalls 44% der Teilnehmenden sehen in mehr Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten einen wichtigen Faktor
– mehr als jeder dritte Befragte gab an, dass ihm mangelnde Anerkennung und Wertschätzung am meisten Kraft bei der Arbeit raubt
– 31 % empfinden schlechte Führung als Krafträuber

*Pinktum-Studie

Nachfolgend habe ich ein paar Ideen dazu zusammengestellt, die inspirierend für dein Unternehmen sein können, um ein individuelles Mental Health Programm zu implementieren.

  • Mental Health Programme und Ressourcen: Dein Unternehmen könnte spezielle Programme und Ressourcen für die psychische Gesundheit anbieten, einschließlich Zugang zu Coaching, Therapie, Beratungsdiensten und Online-Ressourcen.
  • Workshops und Sensibilisierung: Führe Workshops für Führende und Mitarbeitende zur Sensibilisierung der psychische Gesundheit durch. Sie tragen dazu bei, das Bewusstsein zu schärfen, das Stigma zu reduzieren und aktiv individuelle Lösungsvorschläge zu gestalten. Ein guter Einstieg ist ein Impulsvortrag. Meine Zertifizierung, psychische Gefährdungsanalysen durchzuführen, lässt uns gemeinsam den richtigen Fokus setzen, um an unternehmensspezifischen Herausforderungen arbeiten zu können.
  • Flexibles Arbeitsumfeld: Flexibilität bei Arbeitszeiten und Arbeitsorten ist ein Faktor, mit dem du als Unternehmen für eine bessere Work-Life-Balance deiner Mitarbeitenden sorgen kannst.
  • Gesundheitsfördernde Maßnahmen: Der mentalen Gesundheit zuträglich sind durchaus auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wie z.B. gesunde Verpflegungsoptionen, körperliche Fitnessangebote oder die Förderung von Pausen und Erholungszeiten in Unternehmen. Allerdings sind sie ein „Add on“, da sie symptomatisch unterstützend sein können, aber niemals an der Ursache von mentalen Belastungen wirken werden.
  • Kommunikation und Diskurs: Hat dein Unternehmen eine offene Kommunikationskultur, in der alle im Unternehmen frei über Belastungen sprechen können? Das trägt zu einem unterstützenden Umfeld und gegenseitigem Verständnis bei. Sachlicher und respektvoller Diskurs in der Kommunikation trägt macht Problem, Ängste und Unsicherheiten sichtbar. Nur so können Normen und Regeln in der Praxis auf ihre Gültigkeit geprüft werden. Ein Aushandeln und neu Verabreden kann stattfinden, um gemeinsam Ziele zu erreichen .
  • Stressmanagement-Programme: Programme zur Bewältigung von Stress und zur Förderung des Wohlbefindens helfen deinen Mitarbeitenden, mit den Anforderungen des Arbeitslebens und Alltags umzugehen. Du kannst wählen, ob der Fokus auf Work-Life-Balance, Kommunikation, Burnout Prävention oder Resilienz gelegt wird. Alle Programme arbeiten am Mindset und der Adaption im Alltag – für spürbare Erfolge und nachhaltige Wirkung.
  • Führungskräfteunterstützung: Führungskompetenz spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit. Coaching für Führende hilft sorgt für Selbstreflexion und persönliche Weiterentwicklung. Es ermöglicht, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden besser abzufragen, zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Ein Coaching hilft aber auch die eigene mentale Gesundheit zu steuern.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Bedürfnisse von Mitarbeitenden vielfältig sind. Daher kann eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll sein. Für den Beginn ist es am effektivsten, wenn dein Unternehmen in einer Auftaktveranstaltung zum Thema Mental Health informiert und sensibilisiert und eine aktive Abfrage der Bedürfnisse dazu durchzuführen. 


Es gibt nicht eine geeignete Vorgehensweise bzw. den einen Maßnahmenplan zur Förderung der mentalen Gesundheit, der allgemeingültig für alle Unternehmen ist.

Wenn dein Unternehmen mit der nötigen Bereitschaft und Kontinuität am Thema Mental Health arbeitet, werden nachhaltige Ergebnisse erzielt und mentale Stabilität spürbar. Lass dich dabei von mir unterstützen.

„“Falsche“ Programme für Mental Health in Unternehmen!“

Immer mehr Menschen sind ausgelaugt, blockiert und unzufrieden. 

  • Der prozentuale Anteil meiner Klient:innen, die mit Burnout-Vorboten zu mir kommen, nimmt spürbar zu und bestätigt, was die McKinsey-HealthCareStudie ergab: 
    Burnout verzeichnet weltweit ein Rekordhoch!
  • Dabei investieren Arbeitgebende mehr denn je in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden … vermeintlich auch in die mentale Gesundheit.
  • Schaut man allerdings genauer hin, bieten 9 von 10 Unternehmen, die etwas für die mentale Gesundheit ihrer Belegschaft tun wollen, irgendeine Form von Wellness-Programm an, wie z.B. Yoga, Abos für Meditations-Apps, Fitness- und Ernährungskurse, Schulungen zu Zeitmanagement oder auch Gesundheitschecks und Stressmessungen.
  • Das ist grundsätzlich gut, weil es besser ist, das zu tun als gar nichts zu unterstützen.
  • Aber so lobenswert diese Bemühungen auch sind, sie helfen nicht, psychische Belastungen zu reduzieren oder gar psychische Erkrankungen, wie z.B. Burnout, zu bekämpfen.

Mental Health umfasst unser emotionales, psychologisches und soziales Wohlbefinden und ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und sozialer Teilhabe in der Gesellschaft.

Und obwohl die Burnout-Fälle in die Höhe schießen, nehmen viele Arbeitgebende das Thema immer noch nicht ernst genug. Es bleibt nach wie vor ein Tabuthema. Die Gründe dafür sind entweder das fehlende Wissen zu mentaler Gesundheit oder die richtige Einstellung und Haltung dazu.

Spätestens wenn Krankeitstage auffallend zunehmen und die Burnout-Rate steigt, sollte das ein Warnzeichen für ein Unternehmen sein. Um Abhilfe zu schaffen, wird es nicht ausreichen, wenn erkrankte Mitarbeitende einen Therapieplatz bekommen, um individuell an sich zu arbeiten, damit sie mit Stress und psychischen Belastungen besser umgehen können. Burnout kann etwas mit der persönlichen Widerstandskraft zu tun haben, aber eben auch mit belastenden oder gar toxischen Arbeitsbedingungen. Es ist wichtig die Ursachen zu finden, die in jedem Einzelfall unterschiedlich sein können. 

  1. Da mag es die Menschen geben, die psychische Erkrankungen aufgrund persönlicher Krisen mitbringen und professionelle Hilfe brauchen.
  2. Dann gibt es Arbeitgebende und Mitarbeitende, die nicht erkennen, dass Erfolg nichts mit Überstunden und stetem Abruf zu tun hat. Erreichbarkeit muss begrenzt sein, um ausreichend Zeit für Erholung und Abschalten zu haben. Obstkörbe und Fitness-Abos für ein besseres Wohlbefinden sind ein schöner Anfang. Schließlich spielt auch gesunde Ernährung und Bewegung eine große Rolle bei mentaler Gesundheit
  3. Nachhaltiger aber sind mentale Stärkungsprogramme wie Resilienz-Trainings oder auch Coachings, die u.a. falsche Glaubenssätze und nicht erkannte Muster aufdecken. Programme, die helfen, benötigte Grenzen zu erkennen und zu setzen, um mit Unsicherheiten, Mehrfachbelastungen und Dynamiken besser umgehen zu können.
  4. Der hilfreichste Punkt für mentale Gesundheit in Unternehmen ist, die eigenen systemischen Strukturen so zu verbessern, dass tagtäglich gesunde Arbeitsbedingungen herrschen, die ein angenehmes Betriebsklima und eine gute Unternehmenskultur mit sich bringen. Denn erwiesen ist, dass es im Arbeitsalltag belastende Faktoren und Bedingungen gibt, die psychische und psychosomatische Leiden (also solche die körperliche Krankheiten auslösen) hervorrufen.

Was passiert, wenn Unternehmen in die „falschen“ Programme investieren, die ihre Belegschaft mental stärken sollen? 

  • Wenn Arbeitgeber:innen sich lieber auf Wellness-Maßnahmen konzentrieren, werden eventuell kurzzeitig Symptome behoben, aber die Ursachen des Burnouts oder anderer Erkrankungen bei den Mitarbeitenden werden nicht beseitigt.
  • Bauen Organisationen nur auf gesundheitsfördernde Zusatzprogramme und lassen mental krankmachende Arbeitsbedingungen unberücksichtigt, nehmen Krankheitstage trotzdem zu.
  • Sind Unternehmen der Auffassung, dass psychische Belastungen durch persönliche Anpassungsprogramme „verschwinden“ ohne systemische Veränderungen im Unternehmen vorzunehmen, werden sie feststellen müssen, dass gerade die gestärkten Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen werden.

Erkennst du dein Unternehmen wieder und fragst dich:

  • Wie entsteht ein angenehmes Betriebsklima und eine gute Unternehmenskultur?
  • Wie schaffe ich es, den Fokus auf Prävention statt auf Rehabilitation zu legen?
  • Was kann konkret getan werden, um psychische Belastungen nachhaltig zu reduzieren?

Kontaktiere mich und gemeinsam machen wir dein Unternehmen stark. Profitiere von meiner kombinierten Expertise als Business & Life Coach, Resilienz-Trainerin und strategische Beraterin.