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Konflikte - schmerzhaft und sinnvoll!

Veröffentlicht am 22.07.2014

Der Schamane „Galsan Tschinat“ vom mongolischen Nomadenvolk der Tuwa hat gesagt, dass die Europäer schon am Morgen das Wort „leider“ benutzen. „Leider regnet es, leider muss ich schon so früh aufstehen. Solche Sätze blasen allerdings kühlen Atem in den heraufziehenden Tag. Wie anders wäre es, den Tag mit dem Wort „schön“ zu beginnen. Schön, dass ich heute dies und jenes machen kann.“ Tschinat ist der Überzeugung, dass das Schicksal in unserem Munde liegt und wir Menschen leben, wie wir reden. Deshalb fange ich diesen Blog mit dem Satz an: „Schön, dass ich am eigenen Leib einen Konflikt erlebt habe, der mir gezeigt hat, wie schmerzhaft und gleichzeitig sinnvoll ein solcher sein kann ...

 

Ein Coach, der selbst in einen Konflikt gerät?

Nun, jeder der sich mit Konflikten beschäftigt, weiss, dass Konflikte Störungen auf der Beziehungsebene sind, auch wenn sie auf der Sach- oder Inhaltsebene ausgetragen werden. Es gibt also ein Problem und eine Beziehungsstörung. Konflikte entstehen immer dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Werten, Meinungen, Lebenseinstellungen und Ideen zusammenkommen. Und zwar dann, wenn zumindest eine Seite ihre Position voll auslebt und die Bedürfnisse der anderen Seite zu kurz kommen. Auch Coaches sind Menschen mit Emotionen und Werten und so wundert es nicht, dass auch diese selbst in einen Konflikt geraten. 

Ich werde meinen Konflikt hier nicht öffentlich bekannt machen, denn das würde die „andere Seite“ vor den Kopf stossen, zumal sie nicht die Chance hätte, ihre Sicht zu verbreiten. Mir geht es darum zu beschreiben, wie ich gemerkt habe, dass es sich nicht um ein Problem, sondern um einen Konflikt handelt. Was das bedeutet, welchen Sinn ein Konflikt hat, wie man ihn versuchen kann zu unterbinden, welche Methoden dabei wirken können. Schön, dass trotz dieses Fachwissens und aller guten Vorsätze meinerseits ich diese durchaus schmerzhafte Erfahrung machen durfte, denn ich habe unendlich viel gelernt, was meinem Konflikt-Coaching wiederum zu Gute kommt und auch mich persönlich weiter gebracht hat.

 

Der Sinn von Konflikten!

Man spricht von einem Konflikt, wenn zwei oder auch mehrere Beteiligte etwas tun oder zu tun beabsichtigen, was den anderen behindert, blockiert, bedroht oder verletzt. Jede Partei hat aber eigene Bedürfnisse, die beim sozialen Konflikt sehr unterschiedlich sind. Dabei wird eine Unvereinbarkeit im Denken/Wahrnehmen/Vorstellen/Fühlen/Wollen erlebt, die zu einer Beeinträchtigung im Realisieren führt. Marshall B. Rosenberg, amerikanischer Psychologe, der gewaltfreie Kommunikation als eine Methode zur Verbesserung des zwischenmenschlichen Miteinanders versteht, hat einmal gesagt, „ein Konflikt ist der tragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.“ Werden dabei Werte verletzt, wird aus einer Bagatelle eine Riesensache!

Nun ist nicht der Konflikt an sich problematisch, sondern seine Bewältigung. Hierbei hilft die Sichtweise, dass ein Konflikt im konstruktiven Umgang auch als dienlich gesehen werden kann.
Zum Beispiel, als 

  • zusätzliche Informationsquelle,
  • Chance für die Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung,
  • wichtiger Motor für Veränderung,
  • und als unvermeidlicher Verhaltensbestand unseres Menschseins (Festigung der Identität, Abgrenzung zu Gruppen)

 

Wie kann ich Konflikte vermeiden?

Weil Konflikte auch wehtun, ist es sicherlich erstrebenswert, diese zu unterbinden, damit aus einem Problem kein Konflikt wird. Hilfreich sind dabei nützliche Methoden, Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich der Kommunikation. Wer diese kennt und anwendet, wird eher verstanden und ist dadurch auch weniger gestresst.

 

Formen destruktiver Kommunikation

  1. Grenzen setzen - Gefühle aussprechen, wenn wir verletzt, erschrocken, irritiert, etc, sind
  2. Aktiv Zuhören - gut wahrnehmen, was tatsächlich passiert ohne dabei zu urteilen
  3. Sich mitteilen - deutlich machen, welche Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen liegen
  4. Ärger ausdrücken ohne dabei verletzend zu sein - Bitten und offen Fragen stellen
  5. sich selbst behaupten - andere nicht herabsetzen, aber einen eigenen Standpunkt vertreten und die Ziele der Auseinandersetzung nicht aus den Augen verlieren:
    - eigene Bedürfnisse erfüllen, ohne andere zu verletzen
    - stressfreie Beziehungen aufbauen, wiederherstellen und erhalten
    - aggressive und schmerzfreie Kommunikation vermeiden
    - Konflikte nutzen

 

„Reframing“ - ein NLP-Format für konstruktive Kommunikation

Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, stellt nicht die vollständige Wirklichkeit dar. Unsere Reaktion auf etwas hängt von unseren Überzeugungen, früheren Erfahrungen und unseren Werten ab. Somit ist die Welt, wie wir sie erleben, eine gedeutete Welt. Und genau das bedeutet, dass wir sie auch anders sehen können, wenn wir sie umdeuten. 

Reframing heißt soviel wie „umdeuten“, etwas einen anderen Rahmen geben. Wenn wir, mithilfe eines neutralen Coachs, einer Situation oder einem Ereignis 

  • eine andere Bedeutung geben
  • einen neuen, zusätzlichen Blickwinkel schenken
  • oder eine andere Perspektive einnehmen,

betrachten wir etwas Bestimmtes in einem anderen Rahmen. D.h. wir verändern diesen Rahmen so, dass er für uns positiv wirkt und uns wahrscheinlich weniger Stress macht.

Beispiel 1:„Wenn ich mit meinem Mann beim Einkaufen bin, fragt er mich gefühlte hundertmal, was er kaufen soll. Das nervt mich ungemein.“
Reframe:„Dann kannst du stolz sein auf dich, denn er vertraut dir, dass du für euch die besten
Entscheidungen triffst.“

Beispiel 2:„Wenn ich zum Schreibtisch meines Kollegen komme, dann ist dieser voller Unterlagen. Er
hat eine solche Unordnung!“

Refame:„Du meinst also, seine Form der Ordnung stört dich persönlich.“

 

Mit einem Reframing kann jeder für sich allein, ohne Mittun der anderen Partei, die Bildung eines Konflikts verhindern. 

Sind die Fronten allerdings erst einmal verhärtet, fällt es den Beteiligten schwer, allein für die Auflösung des Konflikts zu sorgen. Mit einem unabhängigen und objektiven Coach haben Konfliktparteien die Möglichkeit, ihren Ärger und ihre Verletzungen beizulegen, um eine andauernde Lösung zu finden, an der beide Seiten nicht zweifeln und die eine Win-Win-Lösung ist. Ein Konflikt-Coach kennt die Schritte, um einen Konflikt zu lösen, wenn beide Seiten gewillt sind, eine Lösung zu finden.

 

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